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Gegenwind 210 - August 2005 Nachrichten Bestürzt waren kleine und größere Hobbyfußballer aus dem Wiesenhof, nachdem die Tore vom dortigen Bolzplatz entfernt worden waren. Hatten sich etwa, wie andernorts in der Stadt schon vorgekommen, Anwohner über die Lärmbelästigung beschwert? Sollte also die Nutzung des Platzes unterbunden werden? Nichts dergleichen: Die Stadt teilte uns auf Anfrage mit, dass die alten Tore abgängig waren und zudem nicht den DIN-Vorschriften entsprechen und deshalb gegen neue ausgetauscht werden sollten. Zudem waren Reparaturen am Zaun erforderlich. Also, Kicker, aufatmen und wieder ran an den Ball! (iz) Im Juli, so berichteten überregionale
Medien, klappte wegen eines Computerproblems so einiges bei der Auszahlung von
Arbeitslosengeld II nicht. Im Wesentlichen habe es Einmalzahlungen betroffen, in
einigen Fällen haben Berechtigte aber auch die Regelleistung nicht angewiesen
bekommen, hieß es in den betreffenden Meldungen. Frau Lüschen trabte brav zur Post und ließ sich einen Kontoauszug geben und abstempeln. Zurück beim Job-Center, durfte sie zur Leistungsabteilung. Dort schaute die Mitarbeiterin in den Computer, stellte fest, dass das Alg II tatsächlich nicht überwiesen worden war und gab ihr eine Kontokarte, mit der sie ihr Geld direkt beim Job-Center aus dem Automaten holen konnte. Und sie fragte, warum Frau Lüschen einen Kontoauszug mitgebracht habe, das hätte die Kollegin am Empfang doch auch im Computer nachsehen können! (noa)
Besorgt sind die Ärzte und Ärztinnen in Wilhelmshaven:
Müssen sie demnächst Zigtausende von Euro an die Krankenkassen zahlen, weil sie
vor vier Jahren „zu viele“ Medikamente verschrieben haben? Der Artikel „Ärzte
sehen 978 Praxen bedroht“ auf der Niedersachsen-Seite der „WZ“ vom 22. Juli
veranlasste uns, einen Wilhelmshavener Arzt zu befragen, über den wir in der
Ausgabe 158 im Mai 2000 schrieben: „Der Wilhelmshavener Internist, der für das
2. Quartal 1999 einen potentiellen Regress von 125.519,48 DM in Aussicht
gestellt bekommen hat, kann noch hoffen, dass viele andere InternistInnen
weniger als 53,67 DM pro ‚Fall’ (...) verordnet haben.“ Nun, er und alle anderen
praktizierenden MedizinerInnen hofften damals nicht vergebens. Allerdings kamen
sie nicht deswegen davon, weil das Gesamtbudget nicht überschritten worden wäre,
sondern weil die damalige Gesundheitsministerin ihnen eine „Amnestie“ gewährte. Durch den o.a. Artikel wurde der Gedächtnisverlust jäh beendet. Jetzt, im Sommer 2005, werden Ärzte und Ärztinnen auf einmal damit konfrontiert, dass sie im Jahr 2001 nicht genug mit Medikamenten gegeizt haben. Allerdings müssen die meisten von ihnen im Moment noch schmoren. Noch nicht alle haben eine entsprechende Mitteilung bekommen. „Unser“ Arzt weiß von drei Kollegen, die schon wissen, dass sie zwischen 10.000 und 60.000 Euro an die Krankenkassen abführen sollen wegen Überschreitung des Arzneimittelbudgets. Er selber hat noch keine Forderung bekommen, aber: „Natürlich bin ich besorgt.“ Jetzt in den Sommerferien kann man nicht damit rechnen, die Kollegen und Kolleginnen an einen Tisch zu bekommen, doch nach der Urlaubszeit werden sie sich darüber verständigen, wie sie sich diesmal gegen die Regressforderungen zur Wehr setzen. Der Gegenwind bleibt am Ball und wird weiter berichten. (noa) schickt auch für unseren Wahlkreis einen Direktkandidaten ins Rennen. Er heißt Dirk Metzner und ist 48 Jahre alt, verheiratet, Vater von drei Kindern, gelernter Banker. Und ist aktuell wie so viele betroffen von Hartz IV. Einstimmig wurde das WASG-Mitglied am 2. August zum Direktkandidaten gewählt. Wir werden ihn im nächsten Gegenwind vorstellen. (noa) Weltrekord durch Zwangsernährung Es hätte nie geklappt mit dem neuen Weltrekord im Labskausessen, wenn die Krankenhäuser und damit auch die Altenheime sich nicht verpflichtet hätten, ihre Patienten bzw. Bewohner mit dem Kartoffel-Fleischgemenge zwangszuernähren. Ob es wirklich zu den drastischen Szenen gekommen ist (Labkausversorgung: intravenöse, orale und anale Zuführung), von denen uns berichtet wurde, wollte niemand bestätigen. Zumindest hat dieser neuerliche Weltrekord einen bitteren Nebengeschmack und der dürfte den Guiness-Trinkern der Jury nicht verborgen bleiben. Denn ohne die Kranken- und Altenhäuser wären es 347 Portionen weniger gewesen und der Weltrekord wäre verfehlt worden. Unser OB Menzel hatte wohl gehofft, die Jury durch die Vertilgung erheblicher Mengen des schwarzen irischen Bieres in dessen Namen der Weltrekord aufgestellt werden sollte, gnädig zu stimmen. Aber musste das unbedingt vor der Veranstaltung sein? Nur so sind jedenfalls seine Ausführungen zur Eröffnung des großen Fressens verständlich. Zitat aus der Wilhelmshavener Zeitung: Und der gut aufgelegte Oberbürgermeister Menzel reimte sich auf der Rambla bei der Eröffnung in wahre Potenz-Höhen: „Bei der Marine geht die Saga, Labskaus ist besser als Viagra.“ Seine weiteren Ausfälle an diesem Morgen sollte man doch lieber mit dem Mantel des Schweigens bedecken. Er ist schon so peinlich genug! 3 Portionen sind Pflicht Diese Parole machte ja bekanntlich schon vor dem Startschuss ihre Runde. Um diese Vorgabe zu realisieren, legten die Labskausbäcker sich mächtig ins Zeug. Und es gelang ihnen, die Portionen so klein zu machen (5-6 Löffel pro Portion), dass jeder mindestens 3 Portionen benötigte, um einigermaßen gesättigt das kulturelle Großereignis zu verlassen. (hk)
„Alle Fraktionen im Rat wollen zum Ausdruck bringen, dass die Teilnehmer eines solchen Aufmarsches in Oldenburg unerwünscht sind. Gerade in Oldenburg, wo 1932 die erste nationalsozialistische Regierung an die Macht kam, gibt es heute eine besondere Sensibilität gegen braunes Gedankengut und nationalistische Hetze. Organisatoren und Teilnehmer der geplanten Kundgebung sollen deshalb wissen, dass alle Demokraten in Oldenburg gegen sie stehen.“ Am 3. September finden ab 10.00 Uhr am Hauptbahnhof (Bahnhofsvorplatz und ZOB) und am Pferdemarkt Kundgebungen statt. WilhelmshavenerInnen, die teilnehmen wollen, sollen sich mit dem DGB Wilhelmshaven in Verbindung setzen. (hk) Unter diesem Motto feiert die Tierrechtsbewegung Schortens e. V. am Samstag, 27. August 2005 ihr 20jähriges Bestehen. Alle Freunde und Interessierten sind herzlich eingeladen. Von 10 bis ca. 16.30 Uhr gibt es am und im Bürgerhaus in Schortens Infostände, Tierschutz-Musik (Richard Peel & seine „Gentlemen in Black“), einen Imbiss- und Getränkestand, eine Podiumsdiskussion mit örtlichen Politikern, einen Malwettbewerb für Kinder und Jugendliche (Preise winken!), viele interessante Gäste und anderes mehr. Mit dabei sind u. a.: Amnesty International Varel, Arbeitsgemeinschaft artgerechte Nutztierhaltung Stelle, Bundesverband Menschen für Tierrechte & Ärzte gegen Tierversuche, Bündnis90/Die Grünen – Friesland und andere regionale Parteiverbände, Eine-Welt-Laden Hooksiel, Greenpeace WHV und Sande, LAG Mensch und Tier Hannover, Lokale Agenda des LK Friesland, Hundeschule „Best Friends“ Schortens, Tierschutzverein „Bunte Kuh“ e.V., Leer, Tierversuchsgegner Pulheim e.V. + Internetzwerk für Tiere, Tierversuchsgegner Berlin & Brandenburg -Menschen für Tierrechte e.V., Vegetarierbund Deutschland e.V. Hannover und „Wildwuchs“, die Theatergruppe behinderter u. nicht behinderter Menschen Wilhelmshaven und Schortens. (iz) Live-Musik im Faircafé Schortens 1. September 2005: DERRICK “BIG“ WALKER Wieder einmal konnte das Fair Cafe in Schortens einen echten Coup landen: Derrick „Big“ Walker (USA) gibt im Fair Cafe eines seiner wenigen Konzerte auf seiner aktuellen, kurzen Herbsttournee 2005. Unterstützt wird er dabei an den Drums und am Bass von den niederländischen „MARBLETONES“ und an der Gitarre von Olle Bosson aus Stockholm/Schweden. Wenn Derrick Walker die Bühne besteigt, wird den Bluesfans deutlich, woher der in Schweden lebende Musiker seinen Beinamen „Big“ hat. Der charismatische, in Oklahoma geborene Bluesmusiker zieht das Publikum schnell in seinen Bann. Derrick “Big” Walker agiert nicht nur als herausragender Sänger, Saxophon- und Mundharmonikaspieler, sondern fungiert gleichzeitig als „Dirigent“ für die musikalischen Mitstreiter. Seine durch Körperbewegungen szenisch unterstützten und ohnehin beeindruckenden Soli kann er durch Handzeichen beliebig variieren und ausdehnen.Walker ist ohne Zweifel ein Musiker der Extraklasse. Was er aus Mundharmonika und Saxophon herausholt, ist schlichtweg beeindruckend. Nicht nur, dass er den Tonumfang der Instrumente voll ausnutzt; durch seine exzellente Spieltechnik zeigt er auch noch ihr breites Klangspektrum auf. Der frenetische Beifall für seine Darbietungen beweist oft genug, dass die Zuhörer sicherlich nicht nur vom musikalischen Können Walkers, sondern ebenso von seiner enormen Bühnenpräsenz und Spielfreude begeistert sind. Kartenreservierung für € 10.- per Hotline unter 04423/709360. Konzerte im August: Mo., 15. Aug.: JJ & The Shuffle Kings, 50ties Blues, € 6.- Mo., 22. Aug.: Ebbel & The Big Shots, Rock-News aus Midlum, € 0.- Fairhandelshaus Schortens, Kultur- & Bildungsveranstaltungen, Accumer Str./Birkenstr., 26419 Schortens/Grafschaft, Tel. 04423/709360, Fax 709361, Email: fairhandelshaus.schortens@ewetel.net, Internet: www.fair-cafe.com Gegenwind 210 - August 2005
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