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Gegenwind 189 -April 2003
Die
GAQ ist ein eingetragener Verein. Mitglieder sind die Stadt Wilhelmshaven, der
Deutsche Gewerkschaftsbund, die Kreishandwerkerschaft, die Arbeiterwohlfahrt,
die Arbeitsplatzinitiative für Frauen, der Verein Beratung, Kommunikation und
Arbeit, die Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland, das Diakonische
Werk, der ev.-luth. Kirchenkreis, die Industrie- und Handelskammer und der
Unternehmerverband Einzelhandel. Einmal jährlich findet eine
Mitgliederversammlung statt, und es gibt Vorstandssitzungen.
Hilfe zur Arbeit
Der Gegenwind stellt die GAQ vor
(noa) Der Gegenwind stellt gelegentlich
Initiativen und Vereine vor, die wichtige Aufgaben wahrnehmen, manchmal anlässlich
deren Gründung, mal zu einem Jubiläum, häufig dann, wenn sie in Gefahr sind,
ihre Arbeit einstellen zu müssen – oder ohne einen solchen Anlass einfach
zwischendurch. So heute die GAQ.
Die GAQ ist die Gesellschaft für Arbeitsvermittlung und
Qualifizierungsförderung e.V. Sie wurde Mitte 1995 gegründet, um die hohe
Sozialhilfebelastung der Stadt Wilhelmshaven zu senken. Als kommunale
Vermittlungsagentur hat sie die vorrangige Aufgabe, SozialhilfeempfängerInnen
in den Arbeitsmarkt zu integrieren, entweder direkt oder nach vorherigen
Qualifizierungsmaßnahmen. Sie bemüht sich darum in Kooperation mit Partnern,
statt selber als zusätzlicher Träger aufzutreten – eigene Maßnahmen legt
sie nur auf, wenn kein anderer Träger es macht. Die Arbeit der GAQ fußt auf
den §§ 18 bis 20 des Bundessozialhilfegesetzes, in denen es um „Hilfe zur
Arbeit“ als kommunale Aufgabe geht.
Im Februar berichtete die „WZ“ über die sinkende Nachfrage nach Arbeitskräften
durch sinkenden Konsum, die allgemeine Exportabschwächung und die anhaltende
Misere auf dem Bausektor. Das Arbeitsamt wirke dieser schlechten Lage durch Förderung
beruflicher Fortbildung, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Eingliederung
einzelner Personen in das Berufsleben entgegen. „Ohne Aktivitäten des
Arbeitsamtes läge die Quote bei 14,1 Prozent“, war dieser Bericht überschrieben;
durch die Bemühungen des Arbeitsamtes lag die Arbeitslosenquote 2002 „nur“
bei 11,3 Prozent. Das Arbeitsamt kümmert sich aber nur um Erwerbslose, die
Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bekommen. Menschen, die wegen ihrer
Arbeitslosigkeit auf Sozialhilfe angewiesen sind, haben im Allgemeinen keine
Chance, dass sich das Arbeitsamt um ihre berufliche Eingliederung kümmert.
Für diese Arbeitslosen ist die GAQ der richtige Ansprechpartner.
Im Jahr 1995, dem Jahr der Gründung, hat die GAQ 73 Menschen in Arbeit
gebracht. Bis 2000, dem Expo-Jahr, stiegen die Vermittlungszahlen über 218,
285, 321 und 478 auf eine Rekordgröße von 688, um 2001 wieder abzusinken auf
412. Bei diesen 412 im Jahr 2001 handelt es sich um 250 Menschen, die auf dem 1.
Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten; 162 wurden auf dem 2. Arbeitsmarkt
untergebracht. Die Zahlen von 2002 sind noch nicht offiziell, doch hier gab es
wohl wieder eine Steigerung: Um die 350 Vermittlungen in den 1. Arbeitsmarkt
hinein gab es. Absehbar ist, dass es im laufenden Jahr weniger werden; die
schwache Konjunktur wird sich auswirken, und schon in diesen ersten paar Wochen
des Jahres 2003 gab es zahlreiche Insolvenzen.
Der andere Faktor, der die Arbeit der GAQ erschweren wird, ist Geldmangel. Die
Einsparungen der Bundesanstalt für Arbeit werden sich auch hier auswirken, denn
bislang gab das Arbeitsamt immer einen Teil des Geldes dazu. Weitere Geldquellen
müssen sich die für die einzelnen Bereiche zuständigen GAQ-MitarbeiterInnen
jeweils erschließen: Mittel vom Land, vom Bund, von der Europäischen Union.
Was
langfristig aus dem Jugendbüro wird, das wird sich zeigen müssen. Das Jugendbüro
ist eine Gemeinschaftsunternehmung des Sozialamtes mit der GAQ; zwei
Sachbearbeiter des Sozialamtes und zwei GAQ-Mitarbeiter betreiben es. Es handelt
sich um ein Modell des Landes Niedersachsen und stammt aus der vorigen
Legislaturperiode. Nach dem Prinzip „Fordern und Fördern“ sollen nach der
Idee der damaligen Sozialministerin Gitta Trauernicht junge Leute, die nach Erfüllung
der Schulpflicht keine Arbeit oder Ausbildung finden, möglichst gar nicht erst
in den Sozialhilfebezug kommen, denn aller Erfahrung nach verfestigt sich die
Sozialhilfeabhängigkeit, wenn die „Berufskarriere“ so beginnt. Junge Leute
zwischen 18 und 25, die einen Sozialhilfeantrag stellen wollen, müssen sich
direkt im Jugendbüro melden und bekommen sofort ein Angebot, sei es ein
Arbeitsplatz oder eine Fortbildungsmaßnahme. Durch die Sparmaßnahmen der
Bundesanstalt für Arbeit werden Jugendwerkstätten und andere Maßnahmen, in
denen unversorgte Jugendliche aufgefangen werden können, wegfallen, so dass
auch hier die Arbeit der GAQ als Trägerin des Jugendbüros schwerer werden
wird.
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Stichwort: GAQ
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