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Nachrichten Erstaunlich kooperativ zeigte sich die Geschäftsführung der Sykes Classic nach der Wahl des Wahlvorstandes (siehe letzte GEGENWIND-Ausgabe) – entweder schwenkt man bei Sykes Enterprises jetzt endlich um und akzeptiert Betriebsräte, oder man fügt sich hier ins Unvermeidliche. Jedenfalls konnte der Wahlvorstand ungehindert seine Arbeit aufnehmen, bekam z.B. anstandslos die Wählerliste zur Verfügung gestellt. Die Zeit von etwa zwölf Wochen, die ein Wahlvorstand üblicherweise benötigt, um die Betriebsratswahl vorzubereiten, wird mit Sicherheit auch bei Sykes voll ausgeschöpft werden müssen. Die KollegInnen, die ja bisher in einer Art gesetzesfreiem Raum gearbeitet haben, müssen sich in das Betriebsverfassungsgesetz reinfuchsen und sich mit vielen neuen Dingen auseinandersetzen. Wir werden zu gegebener Zeit weiter berichten. (noa) Bezahlen müssen jetzt Wilhelmshavener Schulklassen, die das Regionale Umweltzentrum (RUZ) in Schortens besuchen und dort betreut werden. Die RUZ-Betreiber hatten seit langem einen Zuschuss bei der Stadt angemahnt, deren Schüler eine wesentlichen Anteil aller im Umweltzentrum betreuten Gruppen ausmachen. Der grüne Ratsherr Werner Biehl hatte sich für eine jährliche Pauschalzahlung von 30.000 DM eingesetzt - der Gruppenpartner SPD blieb stur. Dafür gab es jetzt die Quittung: 150 DM muss jede Wilhelmshavener Klasse abdrücken - das Zentrum und dessen MitarbeiterInnen können schließlich nicht von einem anerkennenden Lächeln leben. (iz)
Im Februar 1999 wurde der Entwurf der Bezirksregierung für die Schutzgebietsverordnung öffentlich ausgelegt. Innerhalb einer festgelegten Frist von zwei Monaten können bei solchen Verfahren Betroffene und Träger öffentlicher Belange Anregungen und Bedenken dazu einreichen, was in diesem Fall z. B. die Naturschutzverbände auch getan haben. Die Eingaben werden nach Abwägung im endgültigen Verordnungstext berücksichtigt, der dann mit Unterschrift des Regierungspräsidenten und Veröffentlichung im niedersächsischen. Amtsblatt in Kraft tritt. Kann ein Verfahren, ein Waldgebiet (so ist es im Flächennutzungsplan klassifiziert) unter Naturschutz zu stellen, mehr als zweieinhalb Jahre dauern? Die Fachleute und die Naturschutzverbände können da nur mit dem Kopf schütteln. Oder liegt die Verzögerung daran, dass die Stadt Wilhelmshaven sich mit allen Mitteln dagegen wehrt, auch nur einen Quadratmeter aus ihrem Einflussbereich zu entlassen, weil man immer noch vom ganz großen Boom träumt, und zufällig die Träume und Parteibücher in Wilhelmshaven und Oldenburg übereinstimmen? (hk) Stimmung: gut - Parken: schlecht Der offengelegte Schuldenberg zwang die Wilhelmshavener Projektgesellschaft (WPG), in diesem Jahr ein deutlich abgespecktes „Wochenende an der Jade“ anzubieten. Weniger Bands auf weniger Bühnen bedeuteten indes qualitativ keinen Verlust. So verminderte sich die Qual der Wahl, sich im Überangebot für einen Gig zu entscheiden und dadurch womöglich einen besseren zu verpassen, wie die Qual mancher Band, zu ungünstigen Zeiten vor 3 Zuschauern spielen zu müssen. Manchen war es immer noch zuviel Shanty und Musikantenstadl, dafür sprach das große „Pur“-Konzert auch mal deutlich die Altersgruppe der 15- bis 25jährigen an. Zu den musikalischen Höhepunkten zählten die lokale Rockband „Another H of Rock“, die ein tropfnasses wie begeistertes Publikum den Dauerregen vergessen ließ, und die Oldenburger „Lack of Limits“, die wie ihre faszinierten Zuhörer fast das Abschlussfeuerwerk verpassten. Vermisst wurden allenfalls Kleinkunstbeiträge, noch mehr die kreative Kinderaktion des Pumpwerk-Teams, die durch eine kommerzielle Werbeveranstaltung eines Fernsehsenders bestimmt nicht ersetzt wurde. Viele Eltern waren froh, dass wenigstens die Marine den quengelnden Zwergen eine liebevoll gestaltete Erlebnislandschaft bot - und um so entsetzter, dass den Kindern in der benachbarten Halle echtes „Kriegsspielzeug“ zum Anfassen präsentiert wurde und sie sogar eine im Ernstfall todbringende Feldlafette bedienen durften. „Stabil„ blieben die Getränkepreise bei z. B. 3,50 DM für das Bier - nur ist die Gebindegröße von anfangs 0,4l über 0,3l auf jetzt 0,25l „geschrumpft“. Kein Wunder, dass BesucherInnen zunehmend den Eigenbedarf aus dem Supermarkt mitbringen. Die verärgerten Schankbetriebe sollten darüber nachdenken, ob sie bei geringeren Preisen ihren Umsatz nicht besser über die Menge hereinholen könnten. Wirklich verärgert zeigten sich viele einheimische wie auswärtige BesucherInnen, auch in WZ-Leserbriefen, über das fehlende Parkraumkonzept. Erstmals blieben die Straßen im Umfeld des Festes wieder für Durchfahrt und Parken freigegeben. Wohlgemerkt: Im normal zulässigen Rahmen. Etliche zweite-Reihe- und sonstige Falschparker wurden gnadenlos kostenpflichtig abgeschleppt. „Abzocke“ schimpften Betroffene, die sich „ungastlich“ behandelt fühlten. Dem setzten die Behörden ihre Pflicht zur Wahrung zur Sicherheit entgegen (z. B. Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen). Alle haben ein bisschen recht. Abzocke? In der Tat kassiert die Stadt nur 20 DM - das normale „Knöllchen“ - von den anfallenden 210 DM Abschleppkosten - den Rest erhält das Abschleppunternehmen. Der eigentliche Fehler des Veranstalters liegt darin, überregional für die Veranstaltung zu werben, ohne - wie zur Expo - für bequeme und „ordnungsgemäße“ Anreisemöglichkeiten zu sorgen, wie ein Park-and-Ride-System oder ausgehandelte Sonderfahrten und -tarife der Stadtwerke bzw. NordWestBahn. Zudem hätten auch unsere „Stadtlotsen“ und andere Ordnungskräfte präsent sein können, um Unwissenden einen freundlichen, kostenfreien „Wink“ zu geben. Den Kennzeichen nach haben auch viele WilhelmshavenerInnen die Südstadt zugeparkt, statt sich auf den Drahtesel zu schwingen und den Gästen das bisschen Parkraum zu lassen. In Sachen Gastfreundlichkeit gibt es für das nächste WadJ noch eine Menge aufzuarbeiten. (iz)
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