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*Gegenwind 168 * Mai 2001* Gegenwind - Zeitung für Arbeit - Frieden - Umweltschutz *

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Banter See

Atommüll-Zwischenlager

Familienpolitik heute

Recht auf Faulheit

Rotes Kreuz

An den Kragen wird es wohl den Freizeitgärtnern rund um den Banter See gehen. Die Stadt plant, dieses Gebiet als Ausgleich für die bevorstehende Zerstörung des Geniusstrandes im Zuge der Bauarbeiten für den JadeWeserPort der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wie uns aus Kreisen der Freizeitgärtner mitgeteilt wurde. Die Pachtverträge laufen zwar noch bis 2017, doch gibt es in den Verträgen auch eine Klausel, die eine frühere Kündigung möglich macht. Uns wurde berichtet, dass die Camper vom Geniusstrand in den westlichen Bereich des Banter Sees (zwischen „Klein-Wäldchen“ und Surfer-Heim) umgesiedelt werden sollen und die anderen Bereiche für eine vielfältige stadtnahe Freizeitnutzung hergerichtet werden sollen. (hk)


17.500 Einwendungen gegen das Atommüll-Zwischenlager in Esenshamm

Im Gegenwind 166 berichteten wir über die Bedenken der Aktion Z gegen die Errichtung eines Atommüll-Zwischenlagers beim Atomkraftwerk Esenshamm.

Insgesamt sind in den rund 8 Wochen der Einwendungsfrist ca.17.500 Einwendungen von Bürgerinnen und Bürgern aus der Region zusammengekommen. Das sind mehr Einwendungen als an jedem anderen Atom-Standort. Neben der Aktion Z hat auch Greenpeace Einwendungen in Form von Listen gesammelt. Am 04. April 2001 hat die Aktion Z einen Großteil der Einwendungen an das BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) übergeben. Wolfram König und der für das Genehmigungsverfahren zuständige Sachbearbeiter Brenner nahmen die Einwandslisten der Aktion Z entgegen. Voraussichtlich im Juni wird der Erörterungstermin in Rodenkirchen stattfinden. Die Ablehnung des Zwischenlagers in der gesamten Bevölkerung dokumentiert nicht nur die große Zahl von Einsprüchen, sondern auch die Tatsache, dass der Gemeinderat, trotz der drohenden Worte der Bezirksregierung Weser-Ems, den Bauantrag des Kraftwerksbetreibers e.on eindeutig abgelehnt hat. "Eines wird immer deutlicher," so Jürgen Jannsen von der Aktion Z, "eine ganze Region steht auf und kämpft gegen den Bau des Atommüll-Zwischenlagers." (hk)


Die Weltorganisation der Mütter aller Nationen (W.O.M.A.N.) hat zu dem Thema „Familienpolitik heute – bietet der Staat soziale Sicherheit für kinderlose Erwerbstätige zu Lasten der Familien?“ die Vertreter der politischen Parteien Wilhelmshavens zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Unter der Gesprächsführung von Frau Ingrid Kaluza soll diskutiert werden, ob sich Frauen in unserer Gesellschaft zwingend zwischen Job und Karriere oder Kind und Familie entschieden müssen und ob verfassungsrechtlich garantierte Entwicklungsmöglichkeiten in der Familie und im Beruf auch wirklich wahrgenommen werden können. Die Veranstaltung findet statt im Café des Mütterzentrums in der Werftstr. 45 am Donnerstag, 17.5. um 19.30 Uhr. (ub)


Kein Recht auf Arbeit – Kein Recht auf Faulheit

Bild-Zeitung SchlagzeileDie Arbeitsloseninitiative Wilhelmshaven/Friesland (ALI) und die Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeitslosenprojekte für Erwachsene in Niedersachsen (ZEPRA) kritisieren die Äußerungen von Bundeskanzler Gerd Schröder. „Natürlich gibt es kein Recht auf Faulheit, aber in der Verfassung gibt es auch kein Recht auf Arbeit!“, kommentiert der Vorsitzende der ALI, Günther Kraemmer, die Aussage des Bundeskanzlers zu der hohen Arbeitslosigkeit. Kraemmer wirft Schröder vor, Vorbehalte gegen die Arbeitslosen zu schüren: „Der Bundeskanzler begibt sich mit diesem Satz in die direkte Nachfolge der „Sozialen-Hängematten“-Diskussion seines Vorgängers Kohl und vermittelt den Eindruck, als ob der überwiegende Teil der Erwerbslosen angebotene Arbeit ablehnen würde.“ Werner Ahrens von der ALI: „Bei mindestens 5 Millionen fehlenden Arbeitsplätzen sind Wirtschaft, Industrie und Öffentliche Hand vom Bundeskanzler und der Bundesregierung in die Pflicht zu nehmen, hier Abhilfe zu schaffen, statt Vorurteile zu bedienen und die Erwerbslosen zu Schuldigen zu machen.“ (hk)


Wenn der Wurm drin ist... dann kann man machen, was man will, es wird nichts helfen. Den Eindruck kann man immer wieder kriegen, wenn man sich den Kreisverband Wilhelmshaven des Deutschen Roten Kreuzes anschaut. Regelmäßige Gegenwind-Leser wissen um die Turbulenzen dort im vergangenen Jahr. Gleich dreimal war das DRK uns einen Artikel wert.

Im Juli 2000 berichteten wir über das „Kuckucksei“ Theo Albers, der seit November 1999 2.Vorsitzender war und nach dem überraschenden Rücktritt des 1.Vorsitzenden Werner Milde im März 2000 ohne Mandat dessen Amt übernahm. Im September 2000 meldeten wir „seltsame Dinge“, die im DRK Wilhelmshaven vor der Jahreshauptversammlung vorgingen, und einen Monat später berichteten wir von einem Schiedsgerichtsverfahren, in dem einige ausgeschlossene Mitglieder ihre Mitgliedsrechte wieder erstreiten konnten.

In der Hauptversammlung im September letzten Jahres wurden mehrere Vorstandsposten neu besetzt, und 1. Vorsitzender wurde Ronald van Büren. Die Hoffnungen der Mitglieder und Mitarbeiter, dass nun endlich Ruhe einkehren würde, hielten allerdings auch diesmal nur kurz: Überraschend trat – gerade mal ein Jahr nach seinem Vorgänger (oder, wenn man Albers mitzählt, Vorvorgänger) - der 1. Vorsitzende van Büren zurück. Es ist deswegen besonders überraschend, weil noch sechs Wochen vorher die „WZ“ berichtet hatte, dass laut Geschäftsführer Joachim Stasch die Arbeit des Kreisverbandes „nach dem zum Teil persönlich geprägten ‚Sommertheater’ des vergangenen Jahres ... wieder in ruhigen Bahnen“ verlaufe. („WZ“, 02.02.01)

Gegenüber dem Landesverband Oldenburg scheint der Kreisverband sich erfolgreich als stabil zu präsentieren. Der Anlass des o.g. „WZ“-Artikels war der Antrittsbesuch des Landesverbands-Präsidenten Dieter Holzapfel, der dem vorigen 1. Vorsitzenden Milde das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes ans Revers heftete. Eine Begründung für diese hohe Auszeichnung, die für „besonders erfolgreiche Tätigkeit oder für hervorragende Einzelleistungen für die Sache und die Ziele des DRK“ verliehen werden kann und recht selten verliehen wird, wurde in diesem Zusammenhang nicht genannt; wir entnehmen dem Bericht lediglich, dass Milde zehn Jahre Vorsitzender war und 50 Jahre Mitglied ist. Ganz böse Zungen behaupten, dass Mildes „Verdienste“ hauptsächlich darin bestanden hätten, den Kreisverband in zahllose Schiedsgerichtsverfahren und Arbeitsgerichtsprozesse zu stürzen, die finanzielle Lage des Kreisverbandes massiv zu verschlechtern, so dass das Bereitschaftsgebäude aufgegeben werden musste, und den weitaus größten Teil der aktiven Mitglieder zu vergraulen.

Es ist jedem Verein selber überlassen, welche Mitglieder er wie ehrt. Es wirkt in diesem Fall jedoch recht ungünstig auf engagierte Aktive, die es seit Jahren bedauern, dass der Wurm so beharrlich drin ist beim DRK. Das „Sommertheater“ ist auch über den Winter und im Frühling zugange: Nicht nur Ronald van Büren hat jetzt das Handtuch geworfen. Auch Geschäftsführer Stasch hat das DRK Wilhelmshaven nach sieben Jahren verlassen, und von den hauptamtlichen Mitarbeitern in der häuslichen Krankenpflege haben jüngst drei gekündigt. Die Mitglieder erfahren vom Rücktritt van Bürens und vom Weggang Staschs nichts, sondern lesen in der „WZ“ vom 21.04.01 am Rande eines Artikels über einen eifrigen Blutspender, dass der 1. Vorsitzende Hartmut Ditzel (im September 2000 zum 2. Vorsitzenden gewählt) und der Geschäftsführer Marc Schammay heißen. Ein stiller Wechsel. (noa)


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