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Nachrichten Schul-Vorzeige-Stadt Wilhelmshaven? Das neue Schuljahr hat vor einigen Wochen begonnen, und mehr als in den vergangenen Jahren war die Unterrichtsversorgung Thema in den Tageszeitungen. Es blieb allerdings offen, ob sie sinkt oder gleich bleibt. Am 28.8. fragte die "WZ": "Berufsschule vor schweren Zeiten?" und ließ die CDU anprangern, dass trotz steigender Schülerzahlen keine Lehrkräfte eingestellt werden. "Emsland will eigene Lehrer einstellen", hieß es am 9.9. im "Jeverschen Wochenblatt", auch hier ging es um Berufsschulen. Demgegenüber ließ das Kultusministerium verlauten: "Mehr Lehrer und Schüler starten ins neue Schuljahr", doch die zuständige Ministerin, Renate Jürgens-Pieper, hoffte, dass es gelingt, "die Versorgung auf dem jetzigen Niveau zu stabilisieren." ("WZ" vom 2.9.) Gleich am nächsten Tag gab es "Kritik von Verbänden und Parteien an der Landesregierung" wegen der in Wirklichkeit schlechter werdenden Unterrichtsversorgung. Die landesweite CDU-Telefonaktion in der zweiten Hälfte des Monats September führte schließlich zu Ergebnissen wie: "Lehrermangel: Auch der Hausmeister gibt Mathe" ("WZ", 23.9.). Was heißt das für Wilhelmshaven? Der Herr über alle Zahlen bei der Bezirksregierung Weser-Ems freute sich, Auskunft über Wilhelmshaven geben zu können, denn von allen 17 Kreisen und kreisfreien Städten ist Wilhelmshaven die Vorzeige-Stadt. Die Herbststatistik ist gerade fertig, und danach liegt die Unterrichtsversorgung in Wilhelmshaven im gesamten Bezirk am höchsten. In den Grund-, Haupt- und Realschulen hier können 97,9% aller laut Stundentafel erforderlichen Stunden erteilt werden - bezirksweit liegt die Versorgung bei 97,0%. Noch günstiger ist die Unterrichtsversorgung in den Wilhelmshavener Sonderschulen: 99,8 % gegenüber einem Durchschnitt von 93,3%. Über die Berufsschulen konnte unser Gesprächspartner bei der Bezirksregierung mangels Zuständigkeit nichts sagen. (noa) Sparsam gewirtschaftet hat das Sozialamt 1998. Das erwartete Defizit von 2,5 Mio. DM wird voraussichtlich nur 1,5 Mio. DM betragen. Möglich ist das zum einen durch die Vermittlung von 260 SozialhilfeempfängerInnen in sozialversicherungspflichtige Jobs. Zwar leistet das Sozialamt bei einem Teil dieser Arbeitskräfte Lohnkostenzuschüsse, was die Entlastung des städtischen Haushaltes mindert, doch im Falle einer späteren Arbeitslosigkeit ist für diese ehemaligen LeistungsempfängerInnen wieder das Arbeitsamt zuständig. Zum anderen wurde die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt für solche Sozialhilfeempfänger gekürzt, die zu gemeinnütziger Arbeit aufgefordert wurden, diese aber nicht leisten wollten. 2 DM pro Stunde zusätzlich zur "Stütze" werden gezahlt; bei vier Stunden Unkrautzupfen oder Fegen am Tag (mehr darf nicht gearbeitet werden) kann man das Monatseinkommen um 170 DM steigern. Weigert man sich, sich zu solchen Tätigkeiten heranziehen zu lassen, erfolgt eine zu- nächst 25%ige (im Wiederholungsfall stärkere) Kürzung der laufenden Hilfe. 200.000 DM spart das Sozialamt dadurch ein. (noa) Manchmal ändern sich die Dinge schnell. In der letzten Ausgabe berichteten wir noch, dass Sabine Gastmann ihr Amt als jugendpolitische Sprecherin der SPD niedergelegt hat, weil ihre Fraktion ihre Vorschläge und Stellungnahmen stets ignorierte. Inzwischen hat sie dieses Amt wieder angetreten. Schon kurz vor dem Erscheinen des letzten GEGENWIND hatte der Fraktionsvorsitzende Siegfried Neumann innerhalb der SPD- Ratsfraktion nach jemandem gesucht, der/die diese Aufgabe übernehmen wollte, und u.a. Sabine Gastmann angesprochen. Sie wollte keine Neuauflage der Situation, die sie zum Rücktritt veranlasst hatte, doch die Diskussion in der Fraktion stimmte sie um. Sie hat nach dieser Aussprache das Gefühl, den Rückhalt ihrer GenossInnen zu haben ernst genommen zu werden. Vorsichtshalber hat sie in der Fraktionssitzung auch zu bedenken gegeben, dass sie jetzt - anders als zum Zeitpunkt ihres Rücktrittes - beruflich in Wilhelmshaven Jugendarbeit macht, aber darin sah niemand ein Hindernis. (noa) Jugend 98: Ohne Arbeit, ohne Wohnung, ohne Hoffnung? Am 04. November 1998 veranstaltet die Regionale Arbeitsstelle zu beruflichen Eingliederung junger Menschen in Niedersachsen (RAN) im Auftrag des Arbeitskreises Jugendberufshilfe einen Diskussions- abend um 19.30 Uhr im Unabhängigen Kulturzentrum Perspektive in der Schellingstraße/Freiligrathstraße. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Jugend 98: ohne Arbeit, ohne Wohnung, ohne Hoffnung?" und ist eine Folgeveranstaltung der letztjährigen Podiumsdiskussion mit dem Thema: Jugend 97 - Absturz in die Arbeitslosigkeit. Im Januar 98 zählte das Arbeitsamt Wilhelmshaven im Bezirk ca. 19% junge Arbeits- lose unter 25 Jahren, die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Sozialhilfe beziehen, beläuft sich auf ungefähr 3000 Personen. Allein 1996 verließen 900 erwerbsfähige Personen von 18 bis 29 Jahren die Stadt. Diese beunruhigenden Zahlen geben Anlass, über Ursachen und Perspektiven zur Verbesserung der Situation zu diskutieren. Die Moderation des Diskussionsabends führt der Chefredakteur der Wilhelmshavener Zeitung, Herr Jürgen Westerhoff, als Gäste werden Frau Annette Nuber, Pastorin der Kirchengemeinde Fedderwardergroden, sowie der Oberbürgermeister, Herr Eberhard Menzel, erwartet. Weiterhin sind zahlreiche Vertreter der Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie aus Politik, Verwaltung und Jugendhilfeeinrichtungen geladen. Veranstaltung der Freien Humanisten mit Ursula Neumann: Bricht ohne "christliche Werte" das Chaos aus? Die tägliche Erfahrung lehrt: Ob jemand ein guter oder schlechter Mensch ist, hat wenig mit seiner Religiosität zu tun. Wenn sich Menschen auf Grund ihrer religiösen Einstellung in Moral und sozialem Verhalten unterscheiden würden, müsste sich das nachweisen lassen. Das ist aber nicht der Fall, im Gegenteil. Trotzdem preisen Kirchenmänner die Religion als Allheilmittel an. Was ist dran an den Behauptungen, nur Religion und Kirche garantieren die Werte? Was ist davon zu halten, wenn suggeriert wird, ohne Glaube an Gott schwinde die Moral? Dass die Kirchen an großem gesellschaftlichen Einfluss interessiert sind, wird ihnen keiner verdenken. Aber Behauptungen nach dem Motto "ohne uns geht es mit euch bergab" und "was wir wollen, dient eurem Interesse" sollten nie unbesehen geglaubt werden: Oft wird "Allgemeinwohl" gesagt und der eigene Nutzen gemeint. Das gilt gerade auch für den Religionsunterricht, dessen unerhörte Wichtigkeit die Kirchen ständig behaupten. Dass er für sie wichtig ist, um Kontakt zur nachfolgenden Generation zu bekommen, bestreitet niemand. Aber ist er auch für die Gesellschaft wichtig? Das darf nicht nur behauptet, sondern muss auch bewiesen werden. Diesen Beweis bleiben die Kirchen schuldig: Münchner Jugendliche mit Religionsunterricht begehen nicht weniger Ladendiebstähle als Berliner Jugendliche ohne. Franzosen, die seit Generationen keinen Religionsunterricht haben, sind nicht unsozialer als Deutsche. Wer verspricht, was nicht zu halten ist, betreibt Hochstapelei. Das gilt auch für Kirchenleute. Deshalb: Fakten statt Behauptungen! Den Kirchen soll der Platz gegeben werden, der ihnen zukommt. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Dazu will die Referentin einen Beitrag leisten. Veranstaltung am 3.11.1998 um 20.00 Uhr in der Perspektive, Eintritt: 5.- DM Menschenrechte? ... Zeit zu handeln! 50 Jahre nach Verabschiedung der "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte" durch die Vereinten Nationen muss "amnesty international" (ai) feststellen, dass nach wie vor massive Menschenrechtsverletzungen geschehen, und zwar auf allen Kontinenten. Das Mandat, der Arbeitsrahmen von ai hat sich ständig erweitert - von der Gefangenenhilfe zur umfangreichen Menschenrechtsarbeit. Mitleid ist da nur der erste Schritt - Taten müssen folgen: Durch aktive Mitarbeit mit Ideen und bei Aktionen, aber auch durch finanzielle Unterstützung; denn unsere Arbeit gegen Todesstrafe und Folter, faire und zügige Gerichtsverfahren und die Freilassung von gewaltlosen politischen Gefangenen kostet Geld. Sprechen Sie uns an! Amnesty international Wilhelmshaven trifft sich jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat in der Perspektive, Freiligrath-/Ecke Schellingstr. 21. Kontakt: Ralf-Detlef Kopka, Tel. 04421-27452.
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