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Gegenwind-Archiv - Gegenwind 145 - April 1998 - Gegenwind - Die Zeitung, die man nicht kaufen kann

Leserbrief

Käpt'n Expo

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Zwei Zugpferde wollen, wie ‘aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen’ zu hören war, die Nordseepassage verlassen: Peek & Cloppenburg und H&M. Die ersten Gespräche mit dem Arbeitsamt sollen bereits stattgefunden haben. Als Begründung führten beide Firmen an, dass sowohl das Weihnachtsgeschäft als auch der Winterschlussverkauf hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren.

Die Gerüchteküche hat aber noch mehr zu bieten: Auch famila will danach in Kürze seine Kassen schließen. Der im Jadezentrum ansässige Interspar-Markt überlegt noch, ob er sich dann in der Nordseepassage ansiedeln wird – die jetzigen Räumlichkeiten werden wohl mit Sicherheit in Kürze geschlossen.

Da passt es ganz gut, dass im Restaurant ‚Florian‘ in der Nordseepassage jetzt ein Titanic-Menü angeboten wird. (hk)


Mit Zahlen nimmt es der Baas der Wilhelmshavener Raffinerie-Gesellschaft (WRG) offenbar nicht so genau. Im Rahmen einer Werbekampagne der Wilhelmshavener Hafenwirtschaft erklärte er in der Fachzeitschrift ‚Binnenschifffahrt‘ (Ausgabe 20/94), im Falle der Öffnung der Kaiserbalje für Tankschiffe: "Ich garantiere den Unternehmen der deutschen Binnentankschifffahrt jährlich mindestens 6 Millionen Tonnen." Jetzt ist im PLANCO-Gutachten nur noch von 1,5 Millionen Tonnen die Rede. (hk)


Wild um sich beissen zurzeit Vertreter der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV). Wenn es um die Kaiserbalje geht, fliegen die Schaumflocken, sobald jemand seine Stimme dagegen erhebt. Das mussten kürzlich sowohl der BUND Wilhelmshaven auf einer Veranstaltung im Pumpwerk wie auch Gila Altmann (MdB Bündnis90/Grüne) nach Veröffentlichung ihrer Pressemitteilung zur Kaiserbalje erfahren.

Am jüngsten WZ-Stammtisch wurde sogar die ‚mauernde‘ Bundesregierung niedergemacht, und ein Gutachten zur Kaiserbalje (es kann sich dabei nur um das gewässerkundliche Gutachten der Bundesanstalt für Wasserwirtschaft handeln) wurde schlicht als falsch erklärt. Als Nächstes wollen die Zerberusse lt. WZ v. 27.3.98 "... in Hannover noch einmal ‚kräftig auftrumpfen‘ und dort Druck (...) machen" lassen. (hk)

zurzeit Vertreter der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV). Wenn es um die Kaiserbalje geht, fliegen die Schaumflocken, sobald jemand seine Stimme dagegen erhebt. Das mussten kürzlich sowohl der BUND Wilhelmshaven auf einer Veranstaltung im Pumpwerk wie auch Gila Altmann (MdB Bündnis90/Grüne) nach Veröffentlichung ihrer Pressemitteilung zur Kaiserbalje erfahren.

Am jüngsten WZ-Stammtisch wurde sogar die ‚mauernde‘ Bundesregierung niedergemacht, und ein Gutachten zur Kaiserbalje (es kann sich dabei nur um das gewässerkundliche Gutachten der Bundesanstalt für Wasserwirtschaft handeln) wurde schlicht als falsch erklärt. Als Nächstes wollen die Zerberusse lt. WZ v. 27.3.98 "... in Hannover noch einmal ‚kräftig auftrumpfen‘ und dort Druck (...) machen" lassen. (hk)


Frühjahrsputz in Wilhelmshaven und viel Hurra! Kein Ereignis seit dem letzten Wochenende an der Jade wurde in der "WZ" so breit dokumentiert - nicht einmal die Landtagswahl! Und dabei hat die "WZ" sogar noch einiges zu berichten vergessen! Die Reinigungsaktionen der Polizei in der Innenstadt gegen suchtkranke Menschen wurden vor einiger Zeit einmalig genannt, dass sie weitergehen, findet keine Erwähnung mehr. Und die Polizeistreifen, die in letzter Zeit vermehrt anzutreffen sind!

Eine Aktion fiel leider aus. Anfang Februar bat ein Bürger dieser Stadt das Ordnungsamt um Erlaubnis, die Nazischmierereien an zahlreichen Wänden und Mauern entfernen zu dürfen. Er hat keine Antwort bekommen. (noa)


Leserbrief

Robin Hood muss helfen

Hi, so grüßt man und frau in USA tatsächlich, aber das vertraute Moin, Moin geht mir immer noch einfacher über die Lippen, obwohl wir schon fast vier Monate in Texas leben. In dieser Zeit hat sich in unserer Heimatgemeinde ‘ne Menge getan und - leider war es vorauszusehen - nicht zum Besten.

1985 sind wir von Wilhelmshaven nach Schortens gezogen und waren uns auch immer des Vorteils bewusst, in einer Gemeinde zu wohnen, die sich, soweit möglich in einer kleinen Gemeinde, hohe umweltpolitische Ziele gesteckt hatte. Dass damit sowohl Familien- als auch Zukunftspolitik betrieben wurden, war ein Grund mehr, mit unserer wachsenden Familie dort zu bleiben und in den letzten Jahren zu versuchen, daran mitzuarbeiten.

Mit der Kommunalwahl, die andere Weichen stellte und, wie in dem Artikel ganz richtig bemerkt, auch die von der Rolle ließ, die die vorherigen Mehrheitsentscheide ganz klar mitgetragen haben, brachen die traurigen Zeiten an, denen wir zwar geographisch entkommen sind, die uns aber garantiert beeinträchtigen werden, wenn wir wieder zu Hause sind. Schlimm genug.

Jetzt wohnen wir in einem Land, das sich so gut wie keine Gedanken über umweltpolitische Belange macht. Unserer Tochter fiel, nach einer Kindheit in der "Ökogemeinde", nicht nur die Tatsache auf, sondern sie konnte auch gleich eine mögliche Ursache benennen. Annas Worte: "Kein Wunder, dass die sich hier nicht um ihre Umwelt kümmern, die haben einfach zu viel davon" bringen es genau auf den Punkt. Schortens, Friesland hat weder genug Umwelt noch das Unwissen über die Notwendigkeiten. Menschen, die wider besseres Wissen, und das unterstelle ich sogar Herrn Janto Just, der ja immerhin lange genug in Schortens lebt, um die Errungenschaften seiner Vorgänger/innen zu schätzen, Fehler begehen, unter denen die Gemeinde nachhaltig zu leiden hat, sind auch nicht mit eventuellem Wählerwillen zu entschuldigen. Ein Baum ist ein Baum ist ein Baum... und der größte Betonkopf müsste zwischen dem Baum und sich selbst unterscheiden können. Der eine ist lebendig, und der andere starrköpfig.

Der mündige "Bürger" und auch jede mündige "Bürgerin" sollten sich genau überlegen, ob sie jedem Starrkopf um der eigenen Popularität willen auch weiterhin die Möglichkeit geben wollen (durch die nächsten Kommunalwahlen), Lebendes zu vernichten, Gefährliches zu ermöglichen (PVC). Ganz abgesehen davon, welche Auswirkungen es langfristig auf die ökonomischen Verhältnisse in der Gemeinde hat, derart kurzfristig (bis zu nächsten Wahl?!) zu denken. Wer kommt schon gerne in eine "tote" Gemeinde/Wer lebt schon gerne da?/Welche Jugendlichen können sich mit einer Gemeinde identifizieren, in der sie keine Planungsgröße mehr darstellen, außer als die Sündenböcke zu gelten (Jugendzentrum), bei denen man am leichtesten sparen kann? Über das Thema "Frauenbeauftragte" will ich gar nicht mehr sprechen - obwohl es in diese unselige Kette von Ereignissen gehört. Die Gemeinde Schortens ist dabei, von einem Haufen Schildbürger für Bürger ihrer wichtigsten Grundsäulen beraubt zu werden. Die Frage ist nur: Welche(r) Robin W(H)ood kommt uns zu Hilfe?! Darauf bin ich ebenso gespannt wie auf die neuesten News aus Wilhelmshaven/Friesland.

Bye, bye und tschüs

Margret Wierich-Lux,

San Antonio, TX, USA


EXPO AM MEER

Der Masterplan steckt voller guter Ideen

(hk) Viel Kritik wurde ja bereits an dem Masterplan zur Expo am Meer geübt. Dabei bietet der Plan kaum Angriffspunkte. Der Masterplan fordert, dass die Stadt aufgeräumt wird, befürwortet die Präsenz eines großen Seekriegsschiffes wie z.B. eines amerikanischen Flugzeugträgers und fordert, ‚dass möglichst häufig Bundesminister und Staatssekretäre während der EXPO AM MEER vor Ort präsent sind. Dann kann ja nichts mehr schief gehen.

Die Autoren des Masterplans haben sich wirklich Gedanken gemacht. Es wird eine extra ‚EXPO AM MEER-Kleidung‘ kreiert: Die Kleidung muss farblich auffallend sein, damit das Personal leicht zu erkennen ist, dabei darf der Farbton in keinem Fall aggressiv wirken.

Zu einer richtigen Großveranstaltung gehört natürlich auch ein Maskottchen.

Es ist vorgesehen, mit den Lizenzgebern der durch das Fernsehen, aber auch viele andere Auftritte populären Figur Käpt’n Blaubär (und Familie) eine Vereinbarung über die Nutzung als Maskottchen der EXPO AM MEER zu treffen. Käpt’n Blaubär hat einen außerordentlichen hohen Bekanntheitsgrad in der deutschen Bevölkerung – er liegt nur knapp hinter Mickey Mouse – und die Zusammenarbeit mit der öffentlich-rechtlichen Anstalt WDR garantiert, dass die Figur in keine "Skandale" verwickelt sein wird. (...)

Käpt’n Blaubär wird ein wichtiges Element des Vorfeld-Marketings sein. In Planung ist z.B. eine "Käpt’n Blaubär-Werft" am Hafen der Stadt. (Alle Zitate -kursiv- aus dem Masterplan) q

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