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Na endlich! Nachdem die WZ ihre Aktion GegenGewalt (meinte sie damit eigentlich
"gegen Gewalt" oder "Gegengewalt"?) angeleiert und breitgetreten hat
und damit die Stadt zur Gründung eines "Präventionsrates" genötigt hat,
meldet sie endlich, wenn auch ziemlich weit hinten und etwas versteckt "Zweifel an
der Seriosität der beunruhigenden Meldungen über steigende Jugendkriminalität".
Zwei Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Soziologie geben zu bedenken, dass die
vorliegenden Daten die Beunruhigung in der Bevölkerung nicht rechtfertigen, sondern diese
Beunruhigung vielmehr Ergebnis politischer und massenmedialer Inszenierungen ist. Wie
schön, dass bei der WZ die rechte Hand oft nicht weiß, was die linke tut, sonst hätten
wir das nicht erfahren. (noa)
Zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 findet am 9.11. um 11.30 Uhr eine Kundgebung mit anschließender Mahnwache auf dem Synagogenplatz statt. In diesem Jahr wird sie wieder gemeinsam von Antifa, Stadt, DGB und Kirchen durchgeführt. (hk) Weiter aufgerüstet wird das Marinemuseum. Ein Starfighter wird das Sortiment vervollständigen. Ob der Starfighter als Mahnmal aufgestellt wird, war nicht zu erfahren. Mehr als 200 dieser Kampfmaschinen sind in der Bundesrepublik abgestürzt damit dürfte der Starfighter das Kriegsgerät sein, das in Friedenszeiten für den Tod der meisten Bundeswehrsoldaten verantwortlich ist. (hk) Eine Postkarte bekam der Gegenwind von Markus Harms aus der Marktstraße 127: "Mieses übles Redaktionsteam. Ihr seid nicht mehr sicher. Ihr werdet unsere Härte spüren." Da der Text als Leserbrief zu kurz geraten ist, vermelden wir den Erhalt der Postkarte als Nachricht. (hk) Eiskalte Personalpolitik ist das Markenzeichen des in der Nordseepassage angesiedelten Textilkaufhauses Peek & Cloppenburg. Im Ausblick, Zeitung der Gewerkschaft HBV, heißt es dazu: "Firmenzar Harro Uwe Cloppenburg und sein Vize Hartmut Krämer steuern nun gegen. Hartmut Krämer: Es geht um mehr Flexibilität und größere Effizienz. Erreicht werden soll dieses Ziel durch eine eiskalte Personalpolitik. Schon heute sind von den rund 7.500 Beschäftigten 2.000 sogenannte Bedarfskräfte. Sie beziehen kein Grundgehalt und werden nur für tatsächlich geleistete Arbeit bezahlt. Im Schnitt 30 Stunden im Monat. Die Beschäftigten sollen spätestens 24 Stunden vor einem Einsatz informiert werden. Die Realität sieht völlig anders aus. Nicht selten erfährt eine Verkäuferin am Morgen, dass sie um 12 Uhr zur Arbeit muss. Sie kann den Einsatz zwar ablehnen, aber das traut sich keiner." Die Zeiten werden härter. (hk) Die Veröffentlichungen des Gegenwind finden immer häufiger Beachtung weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Dazu zwei Beispiele aus jüngster Zeit. Unsere Sondernummer zu den Vorgängen am Braunschweigkai (Müllimport nach Korea) wurde von beinahe allen großen Zeitungen zwischen Nordsee und Alpen verarbeitet. Der Spiegel brachte gar einen doppelseitigen Bericht allerdings ohne den Gegenwind als Quelle anzugeben. Einzig das veröffentlichte Foto war als Gegenwind-Foto gekennzeichnet. In der Frankfurter Rundschau veröffentlichte Eckart Spoo einen Kommentar zum geplanten Marinemuseum. Spoo teilt darin die Sorge des Alternativszeneblattes Gegenwind, dass durch dieses Museum "Wilhelmshavens Image wohl endgültig in die militaristische Ecke gerät." (hk) TV-GLOTZER Der Kampf um die Linse Es war der 13., aber gottlob kein Freitag, sondern ein Mittwoch. Mittwoch, der 13. August. Hoher Besuch hatte sich an der Jade angesagt. Unser aller Ministerpräsident, Gerhard Schröder, beehrt sich, das Wattenmeerhaus zu besichtigen und auch noch einen Grundstein für die Advancebank, Zweigstelle WHV, gekonnt mit Mörtel zu versehen und auf eine schon erstellte Mauer zu pappen. Natürlich hatte sich bei solch hohem und seltenem Besuch auch ein Fernsehteam von "Hallo Niedersachsen" eingefunden. Nur 1 Minute und 30 Sekunden hatten die Fernsehleute - wie bei solchen Berichten üblich - für diesen Beitrag zur Verfügung. Also hieß es: Schröder anpeilen und immer flott verfolgen. Zwar waren seine Leibgardisten stets um ihn herum, doch der Fernsehgucker hätte doch noch ein wenig von der Landschaft mitbekommen, wenn nicht die Wilhelmshavener SPD-Promis den verbleibenden Vorder-, Mittel- und Hintergrund völlig abgedeckt hätten. Für sie die seltene Chance, vor, neben und hinter Schröder für ein paar Sekunden ins Fernsehen zu kommen. So warfen sich unser OB Eberhard Menzel, MdL Wilfrid Adam und der Wolltesogern-MdB Norbert Schmidt mutig der surrenden Kamera entgegen und kämpften verbissen und völlig unsozial um einen Platz in Schrödernähe. Da gab es kein Pardon. Hafen-Willi versuchte es mit einem Rempler gegen Menzel, konnte ihn aber nicht entscheidend abdrängen, da er selbst wegen seiner Körperhöhe nicht ganz standfest war; musste er doch immer auf Zehenspitzen gehen, um auch von Hals bis Haaren vorteilhaft ins Bild zu kommen. Mit halbertem Kopf hätte man ihn vielleicht nur für Jan Schnapp gehalten. Überhaupt nicht fernsehkundig schien Parteichef Schmidt zu sein. War er in den ersten Sekunden des Beitrags wie ein Platzanweiser des Heidepark-Parkplatzes dem Landesvater vorangeeilt, so stolperte er kurz danach ins Abseits, und die Kamera zeigte nur noch seinen Rücken. Nur mit einem eingesprungenen doppelten Rittberger gelang es ihm, sich wieder vor die Linse zu bringen. Wäre auch zu schade gewesen, wo er doch als Pauker sogar einen kostbaren Ferientag geopfert hatte, nur um dann sagen zu können: "Habt ihr gesehen; ich war dabei." Der erste Schreiber unserer Stadt mit seinem kantigen Gesicht hatte sich wohl von seiner zuständigen Dienststelle einen genauen Stehplatz er- rechnen lassen, wo er von der Kamera hundertprozentig erfasst werden musste. So konnte er gelassen den Schwenk zu ihm abwarten. Und abgesehen davon, dass für eine Zehntelsekunde auch ein Dezernent mit ziemlich frischem Doktortitel zu sehen war, konnte unser Glotzengucker weder weitere Ratsherren noch Verwaltungsobere entdecken. In den letzten Sekunden versuchte der Kameramann, schnell noch eine Großaufnahme von Schröder zu machen. Einen so richtig landesväterlich lächelnden Gerhard. Das Bild hätte sich gut als Wahlkampfplakat gemacht. Aber da schoben sich plötzlich die spitze Nase und die Bartstoppeln des ersten Bürgers unserer Stadt ins Portrait. Und das auch noch von links. Wahlplakat futsch. Ach ja, eine prominente Person vermisste unser Fernsehgucker. Wo war nur MdB Gabriele Iwersen? Hatte man ihr vielleicht einen falschen Termin untergejubelt? Exekutiert zur Aufrechterhaltung der Manneszucht" Spendenaufruf für ein Denkmal zur Erinnerung an
die Opfer In den vergangenen Monaten hat es sich das Antifaschistische Bündnis Wilhelmshaven u.a. zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der nationalsozialistischen Militärjustiz in Wilhelmshaven zu recherchieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch Zufall wurde das Antifaschistische Bündnis auf dem Friedhof Aldenburg auf zwei Steinplatten mit 77 Namen aufmerksam. Recherchen ergaben, daß diese 77 Menschen Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz in Wilhelmshaven waren und 54 von ihnen nachweislich auf dem damaligen Schießstand an der Fortifikationsstraße (heute Freiligrathstraße) erschossen wurden. Inzwischen erinnert ein auf dem Friedhof Aldenburg errichteter Stein mit der Inschrift Den Opfern der nationalsozialistischen Militärjustiz zum Gedenken" an das Schicksal dieser Menschen. Das Kriegsgericht in der Rheinstraße, die Marinearrestanstalt (heute Justizvollzugsanstalt) am Ölhafendamm, der Schießstand an der Freiligrathstraße und der Friedhof Aldenburg waren Stationen derer, die in Wilhelmshaven zum Tode verurteilt wurden. Nachdem nun die städtischen Gremien der Errichtung zugestimmt haben, soll am ehemaligen Schießstand ein von einem Wilhelmshavener Künstler entworfenes Denkmal errichtet werden. Dargestellt ist das Fragment eines Schiffsrumpfes aus Spanten und Planken, Symbol für Kriegsmarine, Untergang und Tod. Auf den Planken befindet sich der Gedenktext (siehe Gegenwind 141). Spendenaufruf Um dieses Vorhaben in die Tat umsetzen zu können, und damit einen Teil der Geschichte dieser Stadt und ihrer Menschen zu dokumentieren, müssen 15.000 DM aufgebracht werden. Deshalb unser Aufruf an Sie: Unterstützen Sie die Errichtung dieses Denkmals mit Ihrer Spende. Spendenkonto: M. Klöpper-Antifa, Bank für Gemeinwirtschaft (BfG) Wilhelmshaven Konto Nr.: 2265 516 506, BLZ 28020111
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Gegenwind - Wilhelmshavener Zeitung für Arbeit*Frieden*Umweltschutz - gegenwind.whv@t-online.de Telefon: 04421/994990 |